Altersvorsorge

Wichtige Fragen und Antworten für Berufsanfänger

02.09.2013
  • Von: Axel Stefan Sonntag

Muss ein Azubi wirklich schon für die Rente vorsorgen?
Grundsätzlich haben Lehrlinge natürlich noch viel Zeit bis zur Rente. Deshalb reicht zunächst schon ein kleiner, aber regelmäßiger Sparbetrag aus. Die jährliche Verzinsung der früh gezahlten Beiträge hilft, Kapital langfristig aufzubauen.

Welche Angebote sind empfehlenswert?
Die Verbraucherzentrale Niedersachsen (VZN) empfiehlt einen monatlichen Sparplan auf Aktien- oder Indexfonds bei einer Direktbank. Das erziele langfristig die höchsten Renditen bei geringen Kosten. Insbesondere junge Menschen sollten aber auch vermögenswirksame Leistungen nutzen. Welcher monatliche Betrag ist für Azubis sinnvoll? Die Verbraucherzentrale nennt 50 Euro pro Quartal als einen guten Einstiegsbetrag. Noch besser sind natürlich 50 Euro pro Monat.

Wer berät neutral und unabhängig?
Alle Verbraucherzentralen beraten gegen Gebühr – dafür aber unabhängig von den Angeboten einzelner Banken und/oder Versicherungen. Die Preise unterscheiden sich je nach Region. Ansprechpartner vor Ort finden Sie hier.

Nicht jeder Azubi kann sich eine Beratung leisten. Welche Alternativen gibt es?
Auch Banken beraten nicht kostenlos, sondern lassen sich über die Provision bezahlen, die sie für abgeschlossene Verträge kassieren. Wer sich das direkte Gespräch mit der Verbraucherzentrale nicht leisten kann oder will, kann entsprechende Sonderhefte und Ratgeber von Verbraucherzentralen oder der Stiftung Warentest nutzen und sich informieren. Medien berichten negativ über die sogenannte Riester-Förderung.

Ist diese Form der Altersvorsorge noch sinnvoll?
Als Banksparplan auf jeden Fall, sagt die Verbraucherzentrale. Dieser erwirtschaftet zwar nur geringe Zinsen, dafür entfallen Abschlussprovisionen und Verwaltungskosten. Vorsichtig sollte man bei Riester-Rentenversicherungsverträgen sein. Sie sind eher unflexibel. Hohe Abschlussprovisionen und Verwaltungskosten gehen oftmals von den einbezahlten Sparbeträgen ab.

Wer garantiert, dass mein Sparguthaben sicher ist?
Seit dem 31. Dezember 2010 sind in Deutschland Einlagen bis zur Höhe von 100 000 Euro gesetzlich abgesichert. Selbst bei einer Insolvenz der Bank erhalten Kunden innerhalb von 30 Arbeitstagen eine Entschädigung bis zu dieser Höchstgrenze – ohne Eigenbeteiligung. Viele Banken, Sparkassen und auch Versicherungen haben die gesetzliche Einlagensicherung zusätzlich erweitert.

Wie sinnvoll ist betriebliche Altersvorsorge?
Sehr sinnvoll! "Die tariflich garantierte Altersvorsorge ist nicht nur deutlich kostengünstiger", sagt IG-BCE-Tarifjurist Michael Mostert. Zusätzlicher Vorteil der betrieblichen Altersvorsorge gegenüber Privatverträgen: die tarifliche und gesetzliche Förderung. Eingezahlte Beträge sind vielfach steuer- und abgabenfrei. 

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